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Zahl der Auszubildenden steigt – doch die Herausforderungen bleiben

Die Pflegebranche hat einen positiven Trend zu verzeichnen: Im Jahr 2024 ist die Zahl der Ausbildungsanfänger in der Pflege auf fast 60.000 gestiegen. Doch trotz dieser vielversprechenden Entwicklung bleibt der Sektor von Problemen geprägt. Hohe Abbruchquoten und eine schleppende Akademisierung der Pflegeausbildung werfen einen Schatten auf die sonst optimistischen Zahlen.

Ein Anstieg in der Zahl der AusbildungsanfängerInnen

Mit rund 59.400 neuen Auszubildenden im Jahr 2024 verzeichnet die Pflegeausbildung einen bemerkenswerten Anstieg von rund neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklung ist ein deutliches Signal, dass immer mehr Menschen den Pflegeberuf als eine attraktive berufliche Perspektive wahrnehmen. Besonders hervorzuheben ist, dass die Pflegeausbildung nach wie vor überwiegend von Frauen gewählt wird – rund drei Viertel der neuen Auszubildenden sind weiblich. Ein weiteres bemerkenswertes Detail ist, dass etwa die Hälfte der neuen Auszubildenden 21 Jahre oder jünger ist, während jeder fünfte Auszubildende 30 Jahre oder älter ist. Das zeigt, dass auch spätere BerufseinsteigerInnen und QuereinsteigerInnen die Pflege als zukunftsfähigen Beruf in Betracht ziehen.

Pflege bleibt ein beliebter Beruf

In der Rangliste der beliebtesten Ausbildungsberufe liegt die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann ganz vorne – bei Frauen auf Platz 1. Auch bei den Männern ist die Pflegeausbildung gefragt: Hier landet der Beruf auf Platz 4, direkt hinter den Berufen Kfz-Mechatroniker, Fachinformatiker und Elektroniker. Die Berufsperspektiven in der Pflege sind also keineswegs unattraktiv. Auch die Vergütung spricht für sich: Im ersten Ausbildungsjahr verdienen Auszubildende rund 1.200 Euro brutto, was über dem Durchschnitt vieler anderer Ausbildungsberufe liegt.

Doch viele steigen vorzeitig aus

Trotz des Anstiegs der Ausbildungszahlen gibt es auch viele negative Aspekte. Besonders auffällig ist die hohe Abbruchquote: Im Jahr 2024 haben etwa 37.400 Auszubildende ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen – bei einem Start von rund 61.300 Auszubildenden vor drei Jahren bedeutet das, dass etwa 40 Prozent der Auszubildenden die Ausbildung vorzeitig abbrechen. Was sind die Gründe für diese hohe Ausstiegsrate?

Es gibt verschiedene Erklärungen. Ein Faktor könnte sein, dass die Ausbildung in Teilzeit absolviert werden kann, was sie zwar flexibler macht, aber auch zu einer längeren Ausbildungsdauer führt. In vielen Fällen ist es jedoch die enorme Belastung im Pflegeberuf selbst, die viele Azubis zur Aufgabe zwingt. Berichte aus der Praxis zeigen, dass die hohe körperliche und psychische Belastung sowie die unzureichende Betreuung und Anleitung durch erfahrene Fachkräfte dazu führen, dass viele junge Menschen den Beruf wieder verlassen.

Akademisierung der Pflegeausbildung – ein langsamer Prozess

Ein weiteres Problem ist die schleppende Akademisierung der Pflegeausbildung. Zwar wurde bereits vor einigen Jahren beschlossen, die Pflegefachkräfte stärker zu akademisieren, doch der Fortschritt bleibt hinter den Erwartungen zurück. Im Jahr 2024 haben sich nur etwa 1.200 Studierende für einen Bachelor-Abschluss in Pflege entschieden. Das ist bei weitem nicht ausreichend, um das vom Wissenschaftsrat empfohlene Ziel von 20 Prozent Akademikern im Pflegebereich zu erreichen. Eine stärkere Akademisierung der Ausbildung könnte langfristig nicht nur die Qualität der Pflege verbessern, sondern auch dem Fachkräftemangel in der Branche entgegenwirken.

Fazit: Ein positives Signal, aber auch viele Herausforderungen

Die steigende Zahl der Auszubildenden in der Pflege ist eine erfreuliche Entwicklung und ein gutes Signal für die Zukunft der Branche. Doch die hohen Abbruchquoten und die schleppende Akademisierung zeigen, dass noch viel Arbeit vor uns liegt, um die Pflegeausbildung und den Pflegeberuf insgesamt zu reformieren und zu stärken. Es bleibt abzuwarten, wie die Politik, die Pflegeeinrichtungen und die Auszubildenden selbst auf diese Herausforderungen reagieren werden. Nur mit umfassenden Reformen und einer besseren Unterstützung der Azubis wird es gelingen, die Pflege langfristig als attraktive und tragfähige Berufsperspektive zu sichern.

Um die Attraktivität des Pflegeberufs zu steigern, muss auch der Arbeitsalltag selbst verbessert werden. Dies kann unter anderem durch den Einsatz digitaler Lösungen wie dem Aktivierungsportal magic minutes erreicht werden, die den Arbeitsprozess vereinfachen, Zeitersparnis bringen und so mehr Raum für die zwischenmenschlichen Begegnungen zwischen Pflegenden und Pflegebedürftigen schaffen. Diese Momente sind es, die den Pflegeberuf wirklich auszeichnen und positiv prägen.